enco2

Anlagenoptimierung Nidderau

Bislang wurden Biogasanlagen aus Kostengründen oft mit nach oben hin offenen Gärrestlagern ausgestattet. So auch die Anlage der CPM Biogas GmbH im hessischen Nidderau-Ostheim, die 2006 in Betrieb ging. Im Zuge der Debatte um energetische Optimierung und Möglichkeiten der Emissionsreduktion hat sich inzwischen die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich die Überdachung von Gärrestlagern lohnt, nicht nur hinsichtlich der vermeidbaren Emissionen, sondern auch was die Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen betrifft, denn hier wurden bislang immer noch bis zu 5% Biogas ungenutzt in die Umwelt entlassen.

Für die Biogasanlage Nidderau, eine der am wirtschaftlichsten und zuverlässigsten in Betrieb befindlichen Anlagen Deutschlands, übernahm enCO2 die Erweiterungsplanung zur Nachrüstung des Gärrestlagers mit einem Doppelmembran-Gasspeicherdach zur Anbindung an die Gaserfassung über eine erweiterte Rohrleitungsführung, sowie die Planung der Installationen einer leistungsfähigen Gasreinigungseinheit mit Feingasreinigung per Aktivkohlefilter. Durch dieses Gerät und durch die ebenfalls von enCO2 nachgerüsteten Oxidations-Katalysatoren an den BHKWs wird die Abgasemissionen reduziert und insbesondere eine Verminderung des krebserregenden Stoffes Formaldehyd auf weniger als 40 mg/m³ erreicht.

Seit mit dem EEG 2009 ein Formaldehyd-Bonus in Höhe von 1 ct/kWh gewährt wird, wenn Anlagen diesen geforderten Wert unterschreiten, amortisiert sich die Investition bereits nach wenigen Jahren. Außerdem wird durch die gasseitige Erfassung des Gärrestlagers das Restgaspotential des flüssigen Gärrests voll ausgenutzt, sowie die Wirkung der biologischen Entschwefelung der Anlage mittels dosierter Einblasung von Luft maximiert. Die Feinreinigung des Biogases durch die Abtrennung des für den Motor und die Katalysatoren besonders schädlichen Schwefels wird zukünftig für noch längere Standzeiten bzw. längere Wartungsintervalle der Anlage sorgen und einen dauerhaft zuverlässigen Betrieb sicherstellen.

Die Wirtschaftlichkeit der Anlage wird außerdem durch die erwartete, ca. 5% höhere elektrische Energieausbeute erhöht, da die BHKWs Gas zusätzlich aus dem Gärrestlager erhalten und öfters auf Volllast betrieben werden können und somit eher der optimale Wirkungsgrad erreicht wird. Durch das stark vergrößerte Gasspeichervolumen kann die Anlage zukünftig außerdem in Zeiten eines hohen Strombedarfs im Netz Spitzenlasten für mehrere Stunden abdecken, indem sie dann mit einer installierten Gesamtleistung von 1,1 MW Strom einspeist – entsprechend dem durchschnittlichen Bedarf von mehr als 3000 Haushalten.

 

Impressum Imprint Impressum
Nutzungsbedingungen Nutzungsbedingungen